Blick in sonst verborgene Schätze

Naturhistorische Museen sind lehrreiche Schaukästen zu naturgeschichtlichen Themen. Das ist das, was wir als Besucher sehen. Aber Ihr eigentliches Kapital, mit dem sie wuchern können, sind ihre zum Teil riesigen, einmaligen und unersetzlichen  Sammlungen. Sie sind unverzichtbar für die Forschung und können immer wieder neu befragt werden. Auch in Zukunft. Ohne sie wäre ein Museum so gut wie tot.


Die Swiss Systematics Society,  die Gesellschaft der Lebewesen einordnenden Wissenschaffenden,  hat einen Tag der Naturhistorischen Sammlungen ausgerufen. Kommenden Samstag, dem 17. November,  sind Sammlungen von 13 Uhr bis 17 Uhr auch Thema in Basels Naturhistorischem Museum.

Gezeigt wird ein Teil dessen, was in sieben unterirdischen Stockwerken auf dem Münsterhügel aufbewahrt wird. (Die Käfer sind allerdings in den Spenglerpark in Münchenstein ausgelagert und nicht Teil des Tages.) Aber um 14 Uhr wird Seraina Klopfstein, Kuratorin der Insektensammlungen des Museums, auftreten.
Im geplanten neuen Museum sollen die Sammlungen übrigens für Besucherinnen und Besucher sichtbarer werden.

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Hier das ganze übrige Programm.

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Neu im Vorstand: Christoph Germann

Am Donnerstag, dem 8. November 2018,  hat in Anwesenheit des gesamten Vorstands die Generalversammlung 2018  des Vereins Käfer für Basel stattgefunden und neu den Kurator der Käfersammlung Georg Frey – Christoph Germann – in den Vorstand gewählt. Portrait von Christoph Germann

Er ist Spezialist für Rüsselkäfer und hat schon einiges forschend geleistet, wie man hier sieht. Die Mitglieder werden über die übrigen Geschäfte per Protokoll orientiert.

EINLADUNG ZUR GV vom 8. November 2018 18.00 Uhr pünktlich

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Prachtskäfer. Wenn Flugzeuge sich so färben würden… Leben in morschem und frischem Holz, werden oder wurden auch als Schmuck getragen.

Wo: Im Seminarraum des Naturhistorischen Museums Basel
Bitte rechtzeitig beim Haupteingang erscheinen, da ausserhalb der offiziellen Öffnungszeiten

Die GV ist offen auch für interessierte Nichtmitglieder und neue potentielle Mitglieder.
Bitte anmelden (siehe unten)

TRAKTANDEN

  1. Begrüssung / Erfassung der Stimmberechtigten Giovanni Bonavia
  2. Protokoll der GV vom 26. Januar 2018 
  3. Jahresbericht des Vorstandes Terry Inglese/Jürgen Vogt/Giovanni Bonavia 
  4. Kasse und Revisorenbericht Terry Inglese/Christoph Heuberger 
  5. Entlastung des Vorstandes und Wahl des Vorstandes und Revisor
    (Tagespräsident Martin Hicklin) 
  6. Jahresprogramm 2018/19 Giovanni Bonavia
  7. Festlegung des Mitgliederbeitrages und Budget Terry Inglese
  8. Vorstellung der neuen Experten am Museum für die wissenschaftliche Betreuung und Pflege der Käfersammlungen
    Dr. Christoph Germann, Kurator Sammlung Frey
  9. Langfristige Vision/Unterbringung für die Käfersammlungen
  10. Fragen / Anregungen zur Aufgabe und Profilierung unseres Vereins
  11. Gemütliches Zusammensitzen beim Apéro

 

Bemerkungen

  • Es wird vorgeschlagen, den Mitgliederbeitrag auf mindestens 40.- Fr pro Jahr zu erhöhen
  • Unsere Mittel sollen verwendet werden für öffentliche käferspezifische Vorträge, Ausflüge,
    PR für Führungen durch die Sammlungen sowie Unterstützung von Projekten der Käferspezialisten
  • Das Potenzial der Zusammenarbeit mit anderen auf Insekten fokussierten Vereinen soll evaluiert und falls sinnvoll benützt werden
  • Ein attraktiver Flyer ist in Ausarbeitung und sollte an der GV vorgestellt werden können.
    Ziel: Auf den Verein aufmerksam machen und Neumitglieder werben.

Liestal, den 15. Oktober 2018

bonavia@eblcom.ch Giovanni Bonavia Kanzelweg 2 4410 LIESTAL 061 921 02 32

Mit einer Anmeldung an mich erleichtern Sie uns die Organisation des Apéros
Danke
Giovanni Bonavia
Präsident

 

Museum in Flammen

So sieht es aus, wenn ein Museum mit Millionen Sammlungsstücken in Flammen aufgeht: Ein Bild des Schreckens.

In der Nacht auf Montag, den 3. September 2018, ist das Nationalmuseum Brasiliens in Rio de Janeiro vollständig abgebrannt. Das Entsetzen ist gross, der Schaden unermesslich und vor allem – nicht zu ersetzen. Brasilien ist eines wichtigen Teils seines Kulturerbes beraubt. Angeblich sind Millionen Stücke zerstört. Naturobjekte, darunter wohl auch Käfer, aber auch anthropologische und ethnologische Stücke sind für immer verbrannt. Was allenfalls gerettet werden konnte, wird sich zeigen. Bereits hat auf Twitter eine Sammlung von digitalen Aufnahmen der Museumsstücke begonnen.

Wie immer nach einem solchen Brand realisiert man (und auch wir haben ein Stück Erbe verloren) vor den Aschenhaufen, was alles für immer verschwunden ist. Das Beipiel zeigt, wie wichtig es ist, in jeder Beziehung zu den Kulturgütern – und dazu gehören auch Natursammlungen – Sorge zu tragen und sie zu pflegen. Man hat sie nur einmal und es sind noch viele Generationen – hoffentlich – die vom Fleiss und der Sorgfalt ihrer Vorgänger und Vorgängerinnen profitieren.

Gilt nicht nur für unersetzliche Käfersammlungen, versteht sich. Aber auch.

Und so hat es in Rio vorher ausgesehen:

Rüsselkäfer in Trümmern

Rüsseltrümmer

So sieht ein Rüsselkäfer aus, wenn er zu Boden fällt. Natürlich nur sein Modell. Die Scherben sind keine. Wie im folgenden Video gezeigt wird, kann man in einem Tomogramm eines Käfers alle seine Bestandteile darstellen und einfärben. Wie es das deutsche NOVA-Programm jetzt mit vielen Insekten tut. Zweitausend solche Modelle aus Schnittbildern sollen es bis 2019 werden. Nova ist die Abkürzung für „Netzwerk für synergistische Visualisierung von Tomografiedaten“. So können wir vielleicht uns einen Käfer drucken…

 

Hier  erklärt Michael Heethoff in einem Interview mit Olaf Zimmermann von „Welt der Physik“, worum es geht. (Von hier haben wir auch die Bilder…)

Käfersammlung Georg Frey wird noch baslerischer

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Es ist soweit. Gestern Dienstag, am 14. Mai 2018, sind die Käfer der Sammlung Georg Frey definitiv Basler Käfer geworden. Die Münchner Käfer – bisher als Dauerleihgabe im Museum – sind in Basler Besitz übergegangen. Die Regierung des Kantons Basel-Stadt hat den alten Verpflichtungen, zum Beispiel für den Unterhalt und die Pflege sowie wissenschaftliche Betreuung der Sammlung zu sorgen oder sorgen zu lassen, neu zugestimmt. (Hier die Medienmitteilung des Museums.)

Die über zwei Millionen Käfer des Sammlers Dr. h.c. Georg Frey waren 1987 von der Witwe des Sammlers dem Museum für  2300 000 D-Mark angeboten worden. Um dieses Geld zusammenzubringen (oder es zumindest zu versuchen) wurde ein Verein Käfer für Basel gegründet, dessen Präsident der damalige Leiter der Entomologie am Museum, Michel Brancucci, wurde. Weil aber der Freistaat Bayern, um die Käfer am Entweichen zu hindern, sie kurzerhand zu deutschem Kulturgut erklären liess, waren Verkauf und Ausfuhr vorerst praktisch verunmöglicht.

Im Nachhinein war der strategische Zug des Freistaats Bayern und des deutschen Staates ein Glücksfall. Denn die Witwe ärgerte sich so sehr, dass sie dem Verein die Sammlung schliesslich in einem Erbvertrag vermachte. Als sie verstarb, fiel die Sammlung an den Verein. Nachdem Gerichte in allen Instanzen bestätigt hatten, dass die Witwe das Recht gehabt hatte, die Käfer zu vererben, konnte die Sammlung 1997 nach Basel ans Museum gebracht werden. Der Verein Käfer für Basel sah sich am Ziel.

Weil der deutsche Staat nicht mit einem Verein verhandeln mag, wurde eine Stiftung gegründet, die nun vom Verein die Käfer übertragen erhielt, um sie dann  dem Museum mit Zustimmung des Kantons als Dauerleihgabe zu übergeben.  Die Stiftung wurde noch vom Verein mit 5000 Franken Stiftungskapital ausgestattet. Der Stiftungsrat begleitete die Arbeiten an der Sammlung. Vertreten waren neben dem Museum auch die Familie und das deutsche Kulturministerium sowie der Verein. Die deutsche Seite hatte für eine nur ausnahmsweise erteilte definitive Ausfuhrbewilligung verschiedene Forderungen gestellt, etwa dass die Sammlung inventarisiert wird. Heute sind alle Forderungen der deutschen Seite erfüllt. Auch die wertvolle Bibliothek ist inzwischen von der Universitätsbibliothek katalogisiert. Die Käfer sind im gekühlten Depot im Spenglerpark mit anderen Insekten und Teilen der zoologischen Sammlung aufbewahrt.

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Barbara Frey unterzeichnet Erbvertrag mit dem Verein Käfer für Basel.

Das Kapital der Stiftung wurde in den Jahren nachher durch die exorbitanten Prüfungs- und Publikationskosten aufgefressen. Wegen Mangel an Kapital wurde die Stiftung liquidiert und die eben abgesegnete Lösung getroffen. Dass der Kanton die ohnehin in seinem Museum aufbewahrten Käfer übernimmt und die alten Verpflichtungen neu besiegelt. Auch die deutsche Seite und die Familie Frey waren mit dieser Lösung einverstanden.

Der Verein Käfer für Basel ist gegenwärtig energisch daran, sich dem bereits 1997 gesetzten neuen Ziel zu widmen und das allgemeine Wissen um Käfer und Insekten zu mehren und arbeitet an entsprechenden Programmen. Neue Mitglieder mit Ideen sind sehr willkommen.

Martin Hicklin, alt Präsident des Vereins

Matthias Borer, Käferexperte und Leiter der Biowissenschaften im Museum zeigt in Münchenstein Käferschätze aus der Sammlung Frey.

Eine Broschüre über die Sammlung Frey und den Sinn und Zweck solcher Sammlungen lässt sich hier herunterladen.