Auf neuen Wegen zu populären Käfern

Als Präsident des Vereins berichte ich hier über die Vereinsversammlung oder GV 2015. Sie hat am Donnerstagabend, dem 7. Mai, in der sehr gemütlichen Bibliothek des Naturhistorischen Museums (danke für die Gastlichkeit) in stattlicher Besetzung stattgefunden.

Rückblick auf 2014: Käferkurs als Höhepunkt

Wir haben Bilanz für das vergangene Jahr gezogen, wo vor allem der mit den Naturfreunden des Baselbiets angebotene Käferkurs von Eva Sprecher auf grosse Nachfrage mit begeistertem Nachhall gestossen war. Dieser Kurs war eine Reaktion auf den in der GV 2013 aus dem Kreis der Mitglieder geäusserten und in der GV 2014 bekräftigten Wunsch, etwas für die Mehrung des Wissens um Käfer zu tun.

Broschüre im Museumsshop

Im vergangenen Jahr haben wir auch die Broschüre gedruckt, in der über die Sammlung Frey, ihre Bedeutung und die Geschichte, wie sie nach Basel kam, berichtet wird. Sie ist im Museumsshop für nur drei Franken zu haben, man kann sie aber auch digital lesen. Die Broschüre ist hier auf unserer Website zu finden.

Das Ziel, das Wissen um Käfer in der Öffentlichkeit zu mehren, wollen wir jetzt auch mit dem Betrieb dieser Käfer-Website unterstützen, auf der nun nicht nur über die Geschichte und Aktivitäten unseres Vereins und die spektakuläre Sammlung von Georg Frey berichtet werden soll, sondern Aktuelles rund um Käfer erzählt und verschiedene Aktivitäten ausprobiert werden können.

Dieser neue Anfang ist unter den anwesenden Mitgliedern auf Wohlwollen gestossen. Wer als Autorin und Autor mitmachen will, kann sich auf unserer Mailadresse kaeferfuerbasel@bluewin.ch

melden. Aber jeder Besucher und jede Besucherin kann auch so einen Kommentar hinterlassen. Zudem darf man auch anderen von der neuen Adresse erzählen: kaeferfuerbasel.wordpress.com

Neue Aktivitäten

Wir wollen nicht nur digital aktiver werden, sondern auch „altmodische“ Vorträge und Präsentationen organisieren und diese einer grösseren Oeffentlichkeit zugänglich machen. Dazu werden wir unser anständiges Vereinsvermögen mit Mass einsetzen.

Wiederum haben wir bestätigt, dass unser sozusagen historischer Vereinszweck ist, die Sammlung Frey zu unterstützen. Das heisst aber auch, dass wir mit allen Kräften dafür eintreten, dass die Sammlung nach der Pensionierung von Eva Sprecher 2016 von einer Fachperson (derzeit 50%) kuratiert wird und die kritische Masse der Entomologie im Museum nicht mehr weiter gesenkt wird. Es macht keinen Sinn, Sammlungen in den Archiven des Lebens nur aufzubewahren ohne mit ihnen zu arbeiten. Dies speziell dann, wenn es sich um eine Sammlung handelt, die als deutsches Kulturgut gilt und nur dank des grossen Rückhalts in der Basler und regionalen Bevölkerung und der ideellen und finanziellen Beteiligung vieler überhaupt nach Basel gebracht werden konnte. (Die ganze Geschichte kann man in der Broschüre oder auch hier nachlesen.)

Wir werden auch den Kontakt mit anderen naturnahen Organisationen suchen und einerseits allenfalls gemeinsame Projekte unterstützen oder unser Zielpublikum besser erreichen können. In Basel und der Region gibt es einige Vereine und Organisationen, die erhebliches Wissen um die Natur und ihre Fauna und Flora haben und pflegen.

Unsere Website hilft, dass der Verein und das Thema Käfer besser sichtbar werden. Sie wird immer unter kaeferfuerbasel.wordpress.com, später hoffentlich auch einfach auf kaeferfuerbasel.ch erreichbar sein.

Diskussionen mit dem Museum

Den Start habe ich als Präsident rechtzeitig dem Museum mitgeteilt, in der Meinung dass das Museum sicher wissen will, wie seine Freunde die Neugier auf Natur und Naturhistorisches zu wecken versuchen. Und dabei natürlich immer auf das Bijou der Sammlung Frey in der eigentlich ebenfalls spektakulären „lebenden“, weil weiter wachsenden Insektensammlung des Museums hinweisen.

Die erste Reaktion des Museums auf den Auftritt war allerdings etwas reserviert. Als ich von den Irritationen erfuhr, habe ich als Präsident des Vereins sofort das Gespräch gesucht und klar gemacht, dass nur gute Absichten bestehen und der Verein sich als Freund des Museums sieht, dass er aber als selbständige Organisation handelt und sein Präsident und Vorstand tut, was in den Statuten steht und seine Mitglieder bestimmen.

Museum und befreundeter Verein werden allerdings auf verschiedener Seiten stehen, wenn die halbe Kuratorenstelle für die Sammlung Frey nicht mehr besetzt werden sollte. Im übrigen aber tun wir alles, um Glanz und Gloria der Schätze des uns am Herzen liegenden Museums zu mehren.

Die VV hat jedenfalls diese Absichten in jeder Hinsicht bestätigt. Unter den Anwesenden waren auch zwei neue Mitglieder und als Zuhörer, Gast und Beobachter der Präsident des Stiftungsrates Sammlung Dr. Georg Frey, Dr. Heiner Vischer, liberal-demokratischer Grossrat und selbst Biologe (mehr hier).

Reise nach Oman

Im Anschluss an die Vereinsdiskussionen hielt Matthias Borer, Entomologe und Kurator der lebenden Käfersammlung am Museum, einen Vortrag über seine letzte Expedition in die berge und Wadis von Oman, und zeigte in seinem spannenden Referat, wie reichhaltig an Leben doch diese oft wüstenähnliche Region ist und zeigte dies in vielen Bildern, nicht nur von prächtigen Käfern, sondern auch anderen Tieren. Grossäugigen Wüstenmäusen, Puffottern und Sandvipern. Es erschienen Käfer, die wie auf Stelzen gehen und Spuren hinterlassen, dass man meinen könnte, ein Vogel sei vorbei gelaufen. Matthias Borer konnte bestens darstellen, wie viel man auf einer solchen vergleichsweise kurzen Forschungsexpedition entdecken kann und wie sehr die Feldarbeit dann auch die Arbeit im Museum und der Sammlung zuhause stimulieren kann.

Führung angesagt

Die nächste Veranstaltung wird eine Führung im Spenglerpark Münchenstein sein, wo die Sammlung Frey mit den anderen Käfern des Museums unter besten Bedingungen, auf 14 Grad gekühlt und samt Bibliothek gut zugänglich aufbewahrt werden. Eine Einladung erfolgt.

Die Rechnung

Grosser Dank ging an der Versammlung auch an Felicitas Maeder, weltweit anerkannte Spezialistin für Muschelseide. Sie hilft uneigennützig bei der Verwaltung des Vereins und hat auch die Rechnung 2014 erstellt, die trotz hoher Ausgaben für den Druck der Broschüre mit einem Plus abgeschlossen hat. Dies dank einer grossen und mehreren kleineren Spenden von Mitgliedern, die uns wohl gesinnt sind.

Die Richtigkeit der Rechnung und Buchführung wurde von Toni Ottenburg und Ruth Klinger bestätigt.

Die Versammlung endete in regen Gesprächen unter den Mitgliedern in fröhlicher Aufbruchstimmung.

Martin Hicklin, Präsident

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